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Maschinenbauer ziehen Bilanz in Fellbach

Dienstag, 10. November 2009

Die Maschinen- und Anlagenbauer im Ländle atmen trotz der weiterhin schwierigen Lage etwas auf. Auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in Fellbach jedenfalls dominierte die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Thomas Lindner, der Vorsitzende des Landesverbandes, verwies dabei vor allem auf zwei Entwicklungen: Zum einen ziehen seit Oktober die Aufträge wieder an, nachdem sie in den neun Monaten zuvor teils um bis zum 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen haben. Den Zahlen des Statistischen Landesamtes zufolge profitieren vor allem Betriebe, die im Bereich der Werkzeugmaschinen und Antriebstechnik tätig sind. Die zweite Entwicklung, die Grund zur Zuversicht liefert, sei der steigende Geschäftsklimaindex. In der Regel wirkt dieser sich auch auf die Auftragslage im Inland positiv aus.

Lindner warnte jedoch vor zuviel Optimismus: Das Ausgangsniveau für das jetzt verzeichnete Wachstum sei sehr niedrig. Viele Kunden müssten erst einmal wieder Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung gewinnen. Deswegen geht der VDMA für das kommende Jahr wenn überhaupt auch nur von einer kleinen Steigerung gegenüber dem Krisenjahr 2009 aus.

Der Verbandspräsident betonte zudem, dass die Branche trotz der Krise nicht in Depressionen verfalle, sondern hart für den kommenden Aufschwung arbeite. Zu den Strategien gehörten unter anderem Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie die Optimierung von Geschäftsprozessen. Auch Weiterqualifizierung der Mitarbeiter sei für viele Betriebe ein Weg aus der momentanen Misere. Neben den Anstrengungen der Unternehmen forderte Lindner aber auch Banken und Staat dazu auf, die mittelständisch geprägte Branche zu unterstützen.

Tiefer Fall

Sonntag, 19. April 2009

Der Rückgang der Auftragseingänge im Februar um 49% bzw. 44% im Durchschnitt der letzten 3 Monate ist dramatisch, zumal nunmehr alle Bereiche des Maschinenbaus in einer Bandbreite von - 5 bis - 80 % betroffen sind. Die Schockstarre in der Folge der Eskalation der Finanzmarktkrise hat zu einem neuen Tiefpunkt geführt. Wie lange die Krise anhalten wird, kann niemand verlässlich sagen.

Entscheidend ist, dass eine Stabilisierung an den Finanzmärkten eintritt. Inwieweit die Beschlüsse des G20 - Gipfels hier zu einer Beruhigung beitragen, bleibt abzuwarten. Unter den Bedingungen einer finanzwirtschaftlichen Stabilität, so hat es Bosch-Chef Franz Fehrenbach kürzlich formuliert, ist unsere Lage gar nicht so schlecht. Die Rohstoffpreise sind gesunken, die Wechselkurse wieder in einer vernünftigeren Relation, die Leitzinsen auf Tiefststand, es gibt auf der ganzen Welt riesige Konjunkturprogramme, die Lohnabschlüsse waren in letzter Zeit vernünftig und die gesunkenen Energiepreise bedeuten eine erhebliche Steigerung der realen Kaufkraft in vielen Ländern.

Derzeit entfalten die Unternehmen vielfache Tätigkeiten, nicht nur um Kosten zu senken und die Prozesse zu verbessern, sondern auch um zusätzliche Marktpotentiale zu erschließen. Ferner wird die Krise genutzt, um die Mitarbeiter zu qualifizieren und für künftige Aufgaben vorzubereiten. Hierzu wurde auch der staatliche Förderrahmen deutlich verbessert. Der VDMA hat unter dem Titel “Hilfen in der Krise” ein maßgeschneidertes Beratungsprogramm für seine Mitglledsfirmen aufgelegt. Eine ganze Reihe von Erfa-Veranstaltungen des Landesverbandes Baden-Württemberg befasst sich mit der Problematik “Strategien in der Rezession”.

Quelle: VDMA NEWSLETTER 04/2009