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Innovation und technischer Vorsprung als Retter in der Krise?

Mittwoch, 21. April 2010

Das Rezept, um jetzt mit genügend Schwung aus der Krise heraus zu starten und den Wettbewerbern eventuell sogar noch Marktanteile abzunehmen, heißt technologischer Vorsprung und innovative Produkte. „Eine Krise bewirkt immer auch neue Technologieschübe im Maschinenbau, weil man plötzlich die Zeit hat, neue Methoden auszuprobieren und einzuführen“, sagt Robert Bauer, der Vorstandsvorsitzende des Sensorenherstellers Sick AG aus dem südbadischen Waldkirch. Daher werde sich die Branche nun auch in zwei Welten aufteilen.

„Ein Teil der Unternehmen ist gut aufgestellt und hatte die finanziellen Voraussetzungen, um sich weiterzuentwickeln und sich auf die Zeit nach der Krise vorzubereiten“, sagt er. Wer sich das dagegen nicht leisten konnte, muss jetzt bangen. „Es sind insbesondere die größeren Maschinenbauer und jene, die eine diversifizierte Kundenstruktur haben und nicht nur von der Autoindustrie abhängen, die jetzt mit neuen Produkten auf den Markt kommen können“, bestätigt Reimund Neugebauer, Professor an der Technischen Universität Chemnitz und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU). (Auszug)

Quelle: www.faz.net

Maschinenbau soll mit Kostensenkung sowie Expansion in China und Indien punkten.

Dienstag, 16. Februar 2010

Um die Krise im Maschinenbau zu bewältigen, sollen laut einer Studie des Beratungsunternehmens A.T.Kearney die Beschaffungs- und Verwaltungskosten gesenkt werden, die Produktionskapazität angeglichen und das Nettoumlaufvermögen optimiert werden. Um mehr Wachstum zu erzielen, sollten die Unternehmen neue Märkte erschließen und sich dort etablieren. Dies sollte vor allem in China und Indien geschehen, da beide Länder schneller als andere Nationen in eine positive Wachstumsentwicklung zurückgelangen werden. Akquisitionsbemühungen in Österreich, der Schweiz und in Deutschland sollen vernachlässigt werden, da dies durch A.T.Kearney als “Gefahr” bezeichnet wird. “Hiesige Unternehmen sind sich der aktuellen Chance, durch Akquisitionen die eigene strategische Position zu stärken, zu wenig bewusst”, ließ das Beratungsunternehmen verlauten.

Positionspapier für ein Ende der Krise

Sonntag, 20. September 2009

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat ein Positionspapier vorgestellt, mit dem sich der Verband an die EU wendet. Unter dem Titel „Die Krise nachhaltig überwinden – Forderungen der Investitionsgüterindustrie an die europäische Politik“ formuliert der VDMA Punkte, um Maschinenbauer in der aktuellen Situation zu stärken und für ein nachhaltiges Wachstum in der Branche zu sorgen.

Zu den vorgebrachten Punkten des Verbands gehören:

1. Sicherung der Finanzierung
Für Unternehmen wird es immer schwieriger, an Kredite zu kommen. Dies führt zu empfindlichen Liquiditätsengpässen – und verhindert Investitionen, die gerade jetzt notwendig wären!

2. Basel II
Das strenge Basel II-Regime zur Kreditvergabe verläuft prozyklisch und verschärft damit die aktuelle Krise. Die Regelungen schreiben nämlich eine höhere Eigenkapitalquote bei schlechteren Ratingnoten vor. Diese aber werden sich mit der Wirtschaftskrise mehr oder weniger automatisch verschlechtern. Damit Unternehmen wieder Kredite aufnehmen und damit investieren können, müssen die Vorschriften für Basel II gelockert werden.

3. Europäische Investitionsbank
Die Europäische Investitionsbank (EIB) zeigt sich im Kampf gegen die Krise engagiert, hat die Kreditvergabe erhöht und vereinfacht. Dennoch gibt es einige systematische Schwächen, die die Effizienz der EIB erheblich beeinträchtigen. Um diese zu verringern, fordert der VDMA unter anderem eine Ausweitung der Unternehmen, die von den Programmen profitieren können.

4. Exportunterstützung
Da die Unternehmen im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus stark exportorientiert sind, wird eine vereinfachte Exportfinanzierung in Form von Exportkrediten gefordert.

5. Europäische Maschinenrichtlinie und Normung
Die neue Europäische Maschinenrichtlinie, die im Dezember 2009 in Kraft treten soll, sollte mit Pragmatismus umgesetzt werden. Das bedeutet, dass vor allem in der Anfangszeit des Inkrafttretens den praktischen Schwierigkeiten Rechnung getragen wird. Auch im Bereich der Normierung sollen Effizienz und praktischer Nutzen im Vordergrund stehen – um so unnötige Belastungen für Unternehmen zu vermeiden.

6. Investitionen in Forschung und Entwicklung
Um nach der Krise Erfolg zu haben, müssen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Europa drastisch verstärkt werden. Von dem Ziel, 3% des BIP für diesen Bereich aufzuwenden, ist Europa noch weit entfernt und kommt gerade einmal auf 1,76% im Jahr 2006. Zudem muss der Klimaschutz in den Mittelpunkt der Anstrengungen rücken, muss jedoch so ausgerichtet sein, dass er sich nicht zum Standortnachteil für Maschinenbauer entwickelt.

Gemischte Zeichen am Himmel des Maschinenbau

Donnerstag, 13. August 2009

Noch immer geben die Konjunkturdaten für den deutschen Maschinen- und Anlagebau keinen Grund zur Hoffnung. In einer vom VDMA durchgeführten Befragung in Baden-Württemberg gaben 59 Prozent aller Unternehmen an, sie hätten es mit einer schlechten oder sehr schlechten Auftragslage zu tun. Nur fünf von hundert Betrieben bewerteten die aktuelle Situation als gut.

Trotz der schlechten Lage geben sich die meisten Unternehmen aber optimistisch: Knapp ein Drittel der Befragten geht von steigenden Auftragseingängen aus – obwohl für 2009 mit einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 20 Prozent gerechnet wird. Außerdem versucht die Branche, Arbeitsplatzabbau zu vermeiden. Hierzu dienen Instrumente wie Kurzarbeit, Nichtausgleich von fluktuationsbedingten Arbeitsplatzwechseln oder der Abbau von Über- und Urlaubsstunden. Allerdings müssen die meisten Betriebe wohl schon bald andere Maßnahmen ergreifen, sollte sich die konjunkturelle Stimmung nicht verbessern. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze im baden-württembergischen Maschinenbau sind nach Angaben des VDMA dann in Gefahr.

Es gibt jedoch einen weiteren Hoffnungsschimmer: Die allermeisten Unternehmen sehen die Krise auch als Chance, Innovationen voranzutreiben und auf zukunftsorientierte Märkte und Produkte zu setzen. Immerhin gilt auch hier: „Not macht erfinderisch“.

Und mit den qualifizierten Fachkräften, die während der Kurzarbeit beispielsweise in staatlich geförderten Weiterbildungsprogrammen zusätzlich ausgebildet werden, soll die momentane Lage überwunden werden.

Das Manko an der Sache: leider kann man nur relativ wenige Weiterbildungskurse in Anspruch nehmen, da diese  –und davon liest man nichts in der Wirtschaftspresse- zertifiziert sein müssen.

Der wichtige Programmierkurs für unsere Mitarbeiter war somit nicht förderungswürdig und musste aus eigener Tasche bezahlt werden.

Ende der Krise? Nicht zu voreilig!

Freitag, 31. Juli 2009

Wer die Berichterstattung der letzten Wochen verfolgt hat, könnte den Eindruck gewinnen, dass von der Krise nichts mehr zu spüren ist. Voreilige Schlagzeilen wie „Talsohle erreicht“ oder „Krise ade“ rufen bereits ein Ende der Rezession herbei. Doch Vorsicht ist geboten.

Klar sollte niemand etwas schlechter reden als es eigentlich ist. Pessimismus hat auf dem (Rück-)Weg nach oben noch nie geholfen. Rosa-rote Schönfärbereien aber auch nicht. Wenn Politiker verkünden, alles sei gar nicht so schlimm, dann tun sie das nicht nur, um Zweckoptimismus zu verbreiten sondern auch, um so kurz vor den anstehenden Wahlen gut dazustehen.

Dabei ist in den einschlägigen Berichten häufig noch nicht einmal klar dargestellt, dass es sich nicht unbedingt um einen neuen Aufschwung handelt, sondern der Abschwung etwas schwächer ausfällt. So verzeichnete auch der Maschinenbau im Vergleich zum Vormonat einen weniger starken Auftragsrückgang, doch der Rückgang ist eben nach wie vor da. Nicht vergessen werden sollte auch, dass das Instrument der Kurzarbeit Schlimmeres verhindert und es der Staat ist, der im Moment massiv investiert. Wer das irgendwann einmal bezahlen soll, weiß niemand (bzw. wir alle nur zu gut).

Was wir also brauchen, ist keine geblendete Realitätsverdrehung, sondern richtige Konzepte, wie wir wirklich aus der Krise kommen. Erst dann kann auch das Ende derselbigen verkündet werden.

Tiefer Fall

Sonntag, 19. April 2009

Der Rückgang der Auftragseingänge im Februar um 49% bzw. 44% im Durchschnitt der letzten 3 Monate ist dramatisch, zumal nunmehr alle Bereiche des Maschinenbaus in einer Bandbreite von - 5 bis - 80 % betroffen sind. Die Schockstarre in der Folge der Eskalation der Finanzmarktkrise hat zu einem neuen Tiefpunkt geführt. Wie lange die Krise anhalten wird, kann niemand verlässlich sagen.

Entscheidend ist, dass eine Stabilisierung an den Finanzmärkten eintritt. Inwieweit die Beschlüsse des G20 - Gipfels hier zu einer Beruhigung beitragen, bleibt abzuwarten. Unter den Bedingungen einer finanzwirtschaftlichen Stabilität, so hat es Bosch-Chef Franz Fehrenbach kürzlich formuliert, ist unsere Lage gar nicht so schlecht. Die Rohstoffpreise sind gesunken, die Wechselkurse wieder in einer vernünftigeren Relation, die Leitzinsen auf Tiefststand, es gibt auf der ganzen Welt riesige Konjunkturprogramme, die Lohnabschlüsse waren in letzter Zeit vernünftig und die gesunkenen Energiepreise bedeuten eine erhebliche Steigerung der realen Kaufkraft in vielen Ländern.

Derzeit entfalten die Unternehmen vielfache Tätigkeiten, nicht nur um Kosten zu senken und die Prozesse zu verbessern, sondern auch um zusätzliche Marktpotentiale zu erschließen. Ferner wird die Krise genutzt, um die Mitarbeiter zu qualifizieren und für künftige Aufgaben vorzubereiten. Hierzu wurde auch der staatliche Förderrahmen deutlich verbessert. Der VDMA hat unter dem Titel “Hilfen in der Krise” ein maßgeschneidertes Beratungsprogramm für seine Mitglledsfirmen aufgelegt. Eine ganze Reihe von Erfa-Veranstaltungen des Landesverbandes Baden-Württemberg befasst sich mit der Problematik “Strategien in der Rezession”.

Quelle: VDMA NEWSLETTER 04/2009

Mehr Hilfe in der Breite

Donnerstag, 16. April 2009

Steinmeier war da, und Merkel jetzt auch. Minister zu Guttenberg reiste in die USA deswegen, ebenso wie Ministerpräsident Rüttgers: Welche Aufmerksamkeit die Politik zurzeit dem angeschlagenen Autokonzern Opel widmet, ist bemerkenswert. Keine Partei kann es sich angesichts des Superwahljahres leisten, das omnipräsente Thema zu umgehen. Zu hoch ist die Gefahr, dass die Wähler – sofern noch nicht geschehen – vergrault werden und ihr Kreuzchen entweder woanders oder gar nicht machen. Doch während Opel überall zu sein scheint, fragt man sich: Wer kümmert sich eigentlich um den nicht unbeachtlichen Rest der Unternehmen, die teils unverschuldet in eine weltweite Wirtschaftskrise unbekannten Ausmaßes gerutscht sind? Wo sind die Politiker, wenn es um die Mittelständler geht, um Schlüsselbranchen und Arbeitsplatzschaffer wie den Maschinenbau?

Ohne jeden Zweifel gehört Opel zu einem der traditionsreichsten und bekanntesten Konzerne der Republik, an seinem Schicksal hängt auch das zahlreicher Zulieferer, Dienstleister und Autoverkäufer – kurzum: viele Arbeitsplätze. Es ist ein dankbares, weil einfaches Symbol für die komplexen Zusammenhänge der Finanzkrise. Jeder kennt Opel, jeder versteht, was auf dem Spiel steht. Doch deswegen andere Industriezweige zu vergessen, ist höchst nachlässig. Kaum eine andere Branche hat in den Boomjahren mehr Arbeitsplätze geschaffen als der Maschinenbau. Wenn nun das Rückgrat der deutschen Industrie ein Auftragsminus von 50 (!) Prozent zu verbuchen hat, darf man darüber nicht einfach hinweggehen. Problemanalysen und Lösungsstrategien sind gefragt – doch weit und breit nicht in Sicht.

Die Ausmaße der Krise zeigen: Es geht nicht um Opel. Es geht um mehr. Das ganze System steht auf der Kippe, und symbolträchtige Einzelfälle wie der Rüsselsheimer Autobauer verdecken nur, dass die Probleme breiter sind, als viele wahrhaben wollen. Eine Rettung für einzelne Unternehmen wie die Hypo Real Estate, Schaeffler oder Opel bekämpft deshalb nur Symptome, nicht jedoch Ursachen. Was aber kann die Politik stattdessen tun? Statt sich bei den Maßnahmenpaketen für einzelne Unternehmer zu überbieten, sollte sie für eine Stabilisierung der Rahmenbedingungen sorgen: Ein verlässliches Finanzsystem, die Stärkung der Banken, ein einfaches Steuersystem sowie eine intelligente Zinspolitik sind gefragt. Und zwar von Steinmeier ebenso wie von Merkel, von zu Guttenberg wie auch von Rüttgers.

Auftragsplus im japanischen Maschinenbau

Donnerstag, 16. April 2009

Zuerst stimmten die Zahlen nicht mehr, dann brach das Vertrauen weg. Langsam und allmählich aber beginnen die Zahlen wieder, Hoffnung zu wecken: Von dem von der Krise arg gebeutelten japanischen Maschinenbaumarkt werden nun die ersten Anzeichen auf Besserung gemeldet.

Im Monat Februar lag der Auftragseingang der Anlagen- und Maschinenbauer nämlich knapp anderthalb Prozent über dem Vormonat. Zwar wirkt dies eher bescheiden, doch angesichts der Tatsache, dass Experten von einem weiteren Minus von knapp acht Prozent ausgegangen waren, ist dies ein erfreuliches Zeichen.

Es ist das erste Mal seit fünf Monaten, dass die Maschinenbauer des Landes einen positiven Anstieg der Aufträge zu vermelden haben. Damit zeigt sich nicht nur, dass die Rezession an Schwung verliert, sondern auch, dass viele Prognosen und selbsternannte Experten kaum die Realität darstellen können.

Der Maschinenbau ist auch in Deutschland eine Schlüsselindustrie. An den Auftragseingängen innerhalb dieser Industrie zeigen sich auch die zukünftigen Erwartungen der Marktteilnehmer. Und damit dürften bald nicht nur die Zahlen, sondern auch das Vertrauen wieder stimmen.