Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat ein Positionspapier vorgestellt, mit dem sich der Verband an die EU wendet. Unter dem Titel „Die Krise nachhaltig überwinden – Forderungen der Investitionsgüterindustrie an die europäische Politik“ formuliert der VDMA Punkte, um Maschinenbauer in der aktuellen Situation zu stärken und für ein nachhaltiges Wachstum in der Branche zu sorgen.
Zu den vorgebrachten Punkten des Verbands gehören:
1. Sicherung der Finanzierung
Für Unternehmen wird es immer schwieriger, an Kredite zu kommen. Dies führt zu empfindlichen Liquiditätsengpässen – und verhindert Investitionen, die gerade jetzt notwendig wären!
2. Basel II
Das strenge Basel II-Regime zur Kreditvergabe verläuft prozyklisch und verschärft damit die aktuelle Krise. Die Regelungen schreiben nämlich eine höhere Eigenkapitalquote bei schlechteren Ratingnoten vor. Diese aber werden sich mit der Wirtschaftskrise mehr oder weniger automatisch verschlechtern. Damit Unternehmen wieder Kredite aufnehmen und damit investieren können, müssen die Vorschriften für Basel II gelockert werden.
3. Europäische Investitionsbank
Die Europäische Investitionsbank (EIB) zeigt sich im Kampf gegen die Krise engagiert, hat die Kreditvergabe erhöht und vereinfacht. Dennoch gibt es einige systematische Schwächen, die die Effizienz der EIB erheblich beeinträchtigen. Um diese zu verringern, fordert der VDMA unter anderem eine Ausweitung der Unternehmen, die von den Programmen profitieren können.
4. Exportunterstützung
Da die Unternehmen im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus stark exportorientiert sind, wird eine vereinfachte Exportfinanzierung in Form von Exportkrediten gefordert.
5. Europäische Maschinenrichtlinie und Normung
Die neue Europäische Maschinenrichtlinie, die im Dezember 2009 in Kraft treten soll, sollte mit Pragmatismus umgesetzt werden. Das bedeutet, dass vor allem in der Anfangszeit des Inkrafttretens den praktischen Schwierigkeiten Rechnung getragen wird. Auch im Bereich der Normierung sollen Effizienz und praktischer Nutzen im Vordergrund stehen – um so unnötige Belastungen für Unternehmen zu vermeiden.
6. Investitionen in Forschung und Entwicklung
Um nach der Krise Erfolg zu haben, müssen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Europa drastisch verstärkt werden. Von dem Ziel, 3% des BIP für diesen Bereich aufzuwenden, ist Europa noch weit entfernt und kommt gerade einmal auf 1,76% im Jahr 2006. Zudem muss der Klimaschutz in den Mittelpunkt der Anstrengungen rücken, muss jedoch so ausgerichtet sein, dass er sich nicht zum Standortnachteil für Maschinenbauer entwickelt.