Archiv für die Kategorie ‘Wirtschaft’

Maschinenbau soll mit Kostensenkung sowie Expansion in China und Indien punkten.

Dienstag, 16. Februar 2010

Um die Krise im Maschinenbau zu bewältigen, sollen laut einer Studie des Beratungsunternehmens A.T.Kearney die Beschaffungs- und Verwaltungskosten gesenkt werden, die Produktionskapazität angeglichen und das Nettoumlaufvermögen optimiert werden. Um mehr Wachstum zu erzielen, sollten die Unternehmen neue Märkte erschließen und sich dort etablieren. Dies sollte vor allem in China und Indien geschehen, da beide Länder schneller als andere Nationen in eine positive Wachstumsentwicklung zurückgelangen werden. Akquisitionsbemühungen in Österreich, der Schweiz und in Deutschland sollen vernachlässigt werden, da dies durch A.T.Kearney als “Gefahr” bezeichnet wird. “Hiesige Unternehmen sind sich der aktuellen Chance, durch Akquisitionen die eigene strategische Position zu stärken, zu wenig bewusst”, ließ das Beratungsunternehmen verlauten.

Werkzeugmaschinenbau hofft auf Südkorea

Dienstag, 27. Oktober 2009

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau begrüßt den Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Südkorea. Schon heute exportiert die Branche Waren in einem Umfang von 2,3 Milliarden Euro in das asiatische Land. Durch das Abkommen, das unter anderem weitreichende Zollsenkungen vorsieht, hofft der Wirtschaftszweig auf eine Steigerung der Exporte um bis zu 7 Milliarden Euro. VDMA-Präsident Dr. Manfred Wittenstein zeigte sich davon überzeugt, dass vor allem die Sektoren Werkzeugmaschinenbau, Antriebstechnik und Fördertechnik von den verbesserten Handelsbeziehungen profitieren werden.

Der Abschluss des Abkommens sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen bilateralen Vertrag handelt. Für den Maschinen- und Anlagenbau wäre eine internationale Lösung innerhalb der Welthandelsorganisation noch wesentlich hilfreicher. Die Verhandlungsrunde der WTO ist jedoch seit mehreren Jahren ins Stocken geraten und kommt nicht mehr voran. Wettbewerbsnachteile und Ausschlusseffekte müssten daher mit einer Vielzahl von bilateralen Abkommen beseitigt werden. Eine umfassende Förderung des Freihandels sei jedoch besser zu erreichen, wenn sich viele oder alle Verhandlungspartner gemeinsam einigen.

Maschinenbau-Gipfel verbreitet Zuversicht

Sonntag, 18. Oktober 2009

Uneindeutige Entwicklungen, schwierige Auftragslage, mögliche Wege aus der Krise – viel gibt es zurzeit in der Maschinenbaubranche zu bereden. Aus diesem Grund hatte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau zum sogenannten Maschinenbau-Gipfel nach Berlin eingeladen.

Dort musste der Präsident Manfred Wittenstein zunächst zugeben, dass man sich in der Einschätzung der Produktion vor einem Jahr getäuscht habe. Im Durchschnitt liegt das Fertigungsniveau heute nur noch bei 75 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass nach den stolzen Wachstumsraten die Phase des „Hausputzes“ angekommen sei. Dazu gehören die Optimierung von Geschäftsprozessen, die Weiterbildung der Belegschaft und der Versuch, Kündigungen zu vermeiden.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch verbreitete Zuversicht und zeigte sich überzeugt, dass der Maschinenbau wieder an frühere Erfolge anknüpfen kann. Er warb gleichzeitig um Verständnis dafür, dass die Koalitionsverhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. Der Maschinenbau hat dagegen klare Vorstellungen und Forderungen an die zukünftige Regierung: Bildung und Forschung, Haushaltspolitik, Arbeitsmarkt, Steuern – Felder also, in denen sich die Branche eindeutige Signale wünscht.

Trotz der Krise kann der Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor selbstbewusst auftreten. Immerhin landete die Branche auch im Jahr 2008 mit einem Weltmarktanteil von 19,2 Prozent sowohl weit vor den USA als auch vor Japan. Klimaschutz, Energieeffizienz und Trinkwasserversorgung seien Schlüsselkompetenzen der Schlüsselbranche. Gerade gut geführte Familienunternehmen, so der Tenor des Gipfels, könnten von den Polstern aus vergangenen Tagen gut leben – anders als von „Heuschrecken“ dominierte Firmen. Im nächsten Jahr könnte es dann sogar wieder zu einem kleinen Plus kommen, hofft der Verband.

Talsohle nun endlich erreicht?!

Montag, 12. Oktober 2009

Noch immer sind die Auftragsrückgänge im Maschinenbau massiv – und doch schöpft die gebeutelte Branche wieder Hoffnung. Obwohl im August die Bestellungen im Inland um 45 Prozent und die Auslandsnachfrage um 41 Prozent abnahmen, stellte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau klar: Allmählich kristallisiere sich heraus, dass die Talsohle nun endgültig erreicht sei.

Zwar gab der Verband zu, dass dies angesichts der weiterhin dramatischen Auftragslage nur schwer zu vermitteln sei. Doch zumindest der Befund für das Inlandsgeschäft sei eindeutig; beim Auslandsgeschäft müssten die kommenden Monate aber den Trend noch bekräftigen.

Gleichzeitig ist aber klar, dass eine von Deutschlands wichtigsten Exportbranchen noch eine Weile braucht, um zu früherer Stärke zurückzufinden. Der VDMA geht für 2009 insgesamt von einem Produktionsrückgang von 20 Prozent aus; 2010 soll dann das Vorjahresniveau erreicht werden.

Die Statistiker verzeichneten im August den mittlerweile elften Auftragsrückgang in Folge. Nach der Pleite von Lehman Brothers am 15. September 2008 war auch der Maschinen- und Anlagebau in die Krise hineingezogen worden und leidet seitdem unter massiven Einbrüchen bei den Bestellungen. Waren im Oktober 2008 „nur“ 16 Prozent der Aufträge weggebrochen, waren es im April diesen Jahres sogar 58 Prozent.

Mittelstand gibt sich vor der Wahl desillusioniert

Freitag, 25. September 2009

Ist es ein Ergebnis, das wirklich überrascht? Eine Studie der Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) hat ergeben, dass die Mehrheit der mittelständischen deutschen Unternehmen mit Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl rechnen.

Fast zwei Drittel aller befragten Unternehmen gehen erstens von einer weiteren Erhöhung der Mehrwertsteuer aus, obwohl die Große Koalition kurz nach den letzten Wahlen die Steuer schon einmal von 16% auf 19% erhöht hatte. Zum zweiten fürchten die Mittelständler, dass die Möglichkeiten zur steuerlichen Abschreibung eingeschränkt werden.

Eine weitere Zahl, die Bände spricht: Lediglich vier Prozent der Firmen erwarten nach den Wahlen eine Vereinfachung des Steuersystems – obwohl die Vielzahl und Komplexität der Steuergesetze Wachstum hemmt und unnötige Kosten verursacht. 60 Prozent der Befragten gaben sogar an, die Politik habe kein Interesse an einer Vereinfachung.

Diese „desillusionierte, beinahe fatalistische“ Erwartungshaltung sollte eigentlich ein eindeutiges Zeichen in Richtung der Verantwortlichen in Berlin senden und endlich für eine Politik sorgen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – den Mittelstand – ernst nimmt.

Quelle: Zeit Online

Positive Meldungen aus Japan

Dienstag, 08. September 2009

In Japan hat sich die Auftragslage im Maschinenbau für Juni 2009 unerwartet verbessert. Wie die japanische Regierung verlauten ließ, erhöhten sich die Aufträge im Vergleich zum Mai 2009 um knapp 10 Prozent auf rund 733 Milliarden Yen (ca. 5,3 Milliarden Euro). Die Daten zur Auftragslage im Maschinenbau sind Indikator für Investitionen der Firmen der nächsten sechs Monate. Japan ist zwar weit entfernt und stellt nicht gerade unser Hauptabsatzgebiet dar, aber in Zeiten wie diesen, ist es nötig, jede positive Nachricht in den (Blog-)Äther zu schicken.

Quelle: Deutsche Welle

Gemischte Zeichen am Himmel des Maschinenbau

Donnerstag, 13. August 2009

Noch immer geben die Konjunkturdaten für den deutschen Maschinen- und Anlagebau keinen Grund zur Hoffnung. In einer vom VDMA durchgeführten Befragung in Baden-Württemberg gaben 59 Prozent aller Unternehmen an, sie hätten es mit einer schlechten oder sehr schlechten Auftragslage zu tun. Nur fünf von hundert Betrieben bewerteten die aktuelle Situation als gut.

Trotz der schlechten Lage geben sich die meisten Unternehmen aber optimistisch: Knapp ein Drittel der Befragten geht von steigenden Auftragseingängen aus – obwohl für 2009 mit einem Umsatzrückgang von durchschnittlich 20 Prozent gerechnet wird. Außerdem versucht die Branche, Arbeitsplatzabbau zu vermeiden. Hierzu dienen Instrumente wie Kurzarbeit, Nichtausgleich von fluktuationsbedingten Arbeitsplatzwechseln oder der Abbau von Über- und Urlaubsstunden. Allerdings müssen die meisten Betriebe wohl schon bald andere Maßnahmen ergreifen, sollte sich die konjunkturelle Stimmung nicht verbessern. Bis zu 10.000 Arbeitsplätze im baden-württembergischen Maschinenbau sind nach Angaben des VDMA dann in Gefahr.

Es gibt jedoch einen weiteren Hoffnungsschimmer: Die allermeisten Unternehmen sehen die Krise auch als Chance, Innovationen voranzutreiben und auf zukunftsorientierte Märkte und Produkte zu setzen. Immerhin gilt auch hier: „Not macht erfinderisch“.

Und mit den qualifizierten Fachkräften, die während der Kurzarbeit beispielsweise in staatlich geförderten Weiterbildungsprogrammen zusätzlich ausgebildet werden, soll die momentane Lage überwunden werden.

Das Manko an der Sache: leider kann man nur relativ wenige Weiterbildungskurse in Anspruch nehmen, da diese  –und davon liest man nichts in der Wirtschaftspresse- zertifiziert sein müssen.

Der wichtige Programmierkurs für unsere Mitarbeiter war somit nicht förderungswürdig und musste aus eigener Tasche bezahlt werden.

Zahnräder der Weltwirtschaft geraten wieder in Bewegung

Donnerstag, 14. Mai 2009

Keine Blitz-Erholung, dennoch Grund zur Zuversicht: Der deutsche Maschinenbau blickt den kommenden Monaten mit Realismus entgegen. Zwar wurde die Branche in Sachen Produktion von Maschinen und Anlagen im letzten Jahr von Wettbewerbern aus China überrundet, doch ab Ende Mai sehen Branchenexperten das Ende der Talfahrt endgültig erreicht.

Mit einem Marktanteil von knapp 15 Prozent rangieren die deutschen Anlagenbauer nach wie vor auf dem zweiten Rang, während die Chinesen auf 17,2 Prozent kommen. Die USA haben dagegen ihre Führungsposition eindeutig abgegeben und landen mit einem Anteil von 14,6 Prozent an dritter Stelle und noch vor Japan (11,8 Prozent) und Italien (6,8 Prozent).

Was die Zahlen nicht zeigen: Auch die deutschen Maschinenbau-Unternehmen steigerten ihren Umsatz um ganze acht Prozent, der Wert der verkauften Produkte steigerte sich im Vergleich zu 2007 um immerhin drei Prozent. Erst gegen Mitte des Jahres schlug die Finanzkrise auch auf die Wirtschaft über – nach zuvor fünf Boomjahren innerhalb der Branche.

Innerhalb der momentan schwierigen Lage ergeben sich jedoch erste Anzeichen auf Besserung. Die Lagerbestände vieler Betriebe sind mittlerweile heruntergefahren; die ersten größeren Aufträge können wieder verbucht werden. Außerdem schwankt die konjunkturelle Lage je nach Branche: Maschinenbauer im Energiebereich etwa sind immer noch gut beschäftigt. Dazu kommen die allmählich einsetzenden Investitionen aus den weltweiten Konjunkturpaketen, die die „Zahnräder der Weltwirtschaft“ wieder in Bewegung setzen werden.

Weitere Lichtblicke im Maschinenbau

Dienstag, 21. April 2009

Ein weiterer Hoffnungsschimmer im Maschinen- und Anlagebau: Bis zur Mitte des Jahres erwartet die Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft wieder mehr Aufträge – und damit ein langsames Ende der Talfahrt.

Nach Angaben des Branchenverbandes VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) könnten die Auftragseingänge bereits im Mai wieder steigen. Am Rande der Hannover Messe – die größte Industriemesse der Welt – begründeten die Maschinenbauer den gestiegenen Optimismus vor allem mit dem Rückgang der Stornierungen und den sich leerenden Lagerbeständen. Auch auf den weltweit eingeleiteten Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur ruhen die Hoffnungen der Anlagenbauern.

Mit den positiven Aussichten dürften die Zeiten krasser Produktionsrückgänge allmählich nachlassen. Noch Anfang des Jahres hatten Unternehmen Auftragseinbußen von bis zu 50 Prozent vermeldet. Um diesen Einbruch vollständig zu kompensieren, werden nach Einschätzung von Experten noch einige Monate vergehen müssen. Durch das Mittel der Kurzarbeit sichern jedoch vor allem Mittelständler Arbeitsplätze, anstatt hochqualifiziertes Personal zu verlieren. Gerade für den anstehenden Aufschwung und die verstärkte Konkurrenz aus Asien möchte man in den deutschen Unternehmen und Produktionshallen gewappnet sein.

Mehr Hilfe in der Breite

Donnerstag, 16. April 2009

Steinmeier war da, und Merkel jetzt auch. Minister zu Guttenberg reiste in die USA deswegen, ebenso wie Ministerpräsident Rüttgers: Welche Aufmerksamkeit die Politik zurzeit dem angeschlagenen Autokonzern Opel widmet, ist bemerkenswert. Keine Partei kann es sich angesichts des Superwahljahres leisten, das omnipräsente Thema zu umgehen. Zu hoch ist die Gefahr, dass die Wähler – sofern noch nicht geschehen – vergrault werden und ihr Kreuzchen entweder woanders oder gar nicht machen. Doch während Opel überall zu sein scheint, fragt man sich: Wer kümmert sich eigentlich um den nicht unbeachtlichen Rest der Unternehmen, die teils unverschuldet in eine weltweite Wirtschaftskrise unbekannten Ausmaßes gerutscht sind? Wo sind die Politiker, wenn es um die Mittelständler geht, um Schlüsselbranchen und Arbeitsplatzschaffer wie den Maschinenbau?

Ohne jeden Zweifel gehört Opel zu einem der traditionsreichsten und bekanntesten Konzerne der Republik, an seinem Schicksal hängt auch das zahlreicher Zulieferer, Dienstleister und Autoverkäufer – kurzum: viele Arbeitsplätze. Es ist ein dankbares, weil einfaches Symbol für die komplexen Zusammenhänge der Finanzkrise. Jeder kennt Opel, jeder versteht, was auf dem Spiel steht. Doch deswegen andere Industriezweige zu vergessen, ist höchst nachlässig. Kaum eine andere Branche hat in den Boomjahren mehr Arbeitsplätze geschaffen als der Maschinenbau. Wenn nun das Rückgrat der deutschen Industrie ein Auftragsminus von 50 (!) Prozent zu verbuchen hat, darf man darüber nicht einfach hinweggehen. Problemanalysen und Lösungsstrategien sind gefragt – doch weit und breit nicht in Sicht.

Die Ausmaße der Krise zeigen: Es geht nicht um Opel. Es geht um mehr. Das ganze System steht auf der Kippe, und symbolträchtige Einzelfälle wie der Rüsselsheimer Autobauer verdecken nur, dass die Probleme breiter sind, als viele wahrhaben wollen. Eine Rettung für einzelne Unternehmen wie die Hypo Real Estate, Schaeffler oder Opel bekämpft deshalb nur Symptome, nicht jedoch Ursachen. Was aber kann die Politik stattdessen tun? Statt sich bei den Maßnahmenpaketen für einzelne Unternehmer zu überbieten, sollte sie für eine Stabilisierung der Rahmenbedingungen sorgen: Ein verlässliches Finanzsystem, die Stärkung der Banken, ein einfaches Steuersystem sowie eine intelligente Zinspolitik sind gefragt. Und zwar von Steinmeier ebenso wie von Merkel, von zu Guttenberg wie auch von Rüttgers.